
Wenn wir an die Anden denken, stellen wir uns meist Berge, weite Hochebenen und die spektakulären Landschaften Südamerikas vor. Doch diese Regionen beherbergen auch einen unglaublichen Reichtum an Lebensmitteln.
Seit Generationen bauen andine Gemeinschaften Pflanzen an, die besonders gut an ihre Umgebung angepasst sind. Quinoa, Cañihua, Kiwicha, Maca oder auch Sacha Inchi werden heute weit über ihre Herkunftsregion hinaus gegessen.
Einige sind Pseudogetreide, andere Wurzeln oder Ölsaaten. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Sie erzählen eine Geschichte von Landschaft, Weitergabe und kulinarischem Können.
Warum die Lebensmittel der Anden entdecken?

Die andinen Pseudogetreide, insbesondere Quinoa, Cañihua und Kiwicha, sind Samen von Pflanzen, die botanisch kein Getreide sind, sich in der Küche aber ähnlich verwenden lassen.
Sie sind von Natur aus reich an Stärke und können außerdem Eiweiß, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Fette liefern. Ihre Nährstoffzusammensetzung hängt jedoch von der Sorte, den Anbaubedingungen und der Zubereitung ab. Agris
Ihr Reiz beschränkt sich also nicht auf die Nährwerte. Es sind auch Zutaten, mit denen sich eine andere Art entdecken lässt, Samen, Mehle und Getreide zu verarbeiten.
Hinter diesen Lebensmitteln stehen Menschen

Hinter jedem Korn, das wir entdecken, steht eine Geschichte.
In den Anden haben Generationen von Kleinbauern und ländlichen Gemeinschaften diese Pflanzen unter teils schwierigen Bedingungen angebaut: große Höhe, schwankende Temperaturen, Trockenheit oder besondere Böden.
Dieser traditionelle Anbau hat Sorten, Anbautechniken und kulinarische Gebräuche bewahrt, die heute zum kulinarischen Erbe der Region gehören.
Mit der Zeit haben einige dieser Lebensmittel die Anden verlassen und Küchen in aller Welt erreicht.
Hinter jedem Korn, jeder Ernte und jedem Rezept steht Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Das macht ihre Entdeckung so spannend: Wenn wir mit diesen Zutaten kochen, entdecken wir nicht nur neue Aromen, sondern auch ein Stück der Ernährungsgeschichte der Anden.
Quinoa, Cañihua und Kiwicha: die kleinen Körner der Anden


Auf den andinen Hochebenen werden mehrere Körner seit langem traditionell angebaut und gegessen.
Quinoa ist heute das bekannteste, aber nicht das einzige. Auch Cañihua und Kiwicha lohnt es sich zu entdecken.
🌱 Was ist Cañihua?

Cañihua, auch Kañiwa genannt, ist ein kleines Korn aus den Hochebenen der Anden, vor allem aus der Region des Titicacasees.
Sie gehört zur selben großen botanischen Familie wie Quinoa und zählt zu den Pseudogetreiden. Ihr Anbau ist besonders gut an die harten Bedingungen der Höhenlagen angepasst.
Ernährungsphysiologisch liefert Cañihua vor allem Eiweiß, Ballaststoffe und verschiedene Mineralstoffe. Die Zusammensetzung kann je nach Sorte und Zubereitung variieren. Arbeiten zu andinen Körnern zeigen den ernährungsphysiologischen Wert von Cañihua, Quinoa und Kiwicha. Agris
Wie wird sie zubereitet?
Ihr leicht nussiger, gerösteter Geschmack macht sie für viele Zubereitungen geeignet:
- Porridge;
- Suppen;
- Salate;
- Kekse;
- Brot und Fladen;
- Mehl zum Backen.
Sie ist eine schöne Möglichkeit, Alltagsrezepten eine andere Textur und einen anderen Geschmack zu geben.
🌾 Was ist Kiwicha?

Kiwicha, auch Amarant genannt, ist ein kleines Korn, das traditionell in den Anden angebaut wird.
Botanisch ist es kein Getreide: Die Pflanze gehört zur Gattung Amaranthus. Ihre Samen lassen sich dennoch ähnlich wie bestimmte Getreide verwenden.
Kiwicha liefert vor allem Eiweiß, Ballaststoffe und verschiedene Mineralstoffe. Wie bei den anderen Körnern hängt die Nährstoffzusammensetzung von Sorte und Zubereitung ab. Agris
Ihr Quechua-Name Kiwicha erinnert an ihre tiefe Verwurzelung in den andinen Kulturen.
Wie wird sie zubereitet?
Kiwicha kann:
- wie ein kleines Korn gekocht werden;
- zu Mehl vermahlen werden;
- gepufft werden;
- Keksen und Gebäck beigegeben werden;
- in Müsliriegel oder Frühstücksmischungen eingearbeitet werden.
Ihr leicht gerösteter Geschmack passt besonders gut zu Schokolade, Honig, Trockenfrüchten und Gewürzen.
🫘 Was ist Sacha Inchi?

Sacha Inchi unterscheidet sich von Quinoa, Cañihua und Kiwicha.
Es handelt sich nicht um ein Pseudogetreide, sondern um eine Ölpflanze aus dem Amazonasgebiet Südamerikas, vor allem aus Peru. Ihre Samen sind besonders wegen ihres Gehalts an ungesättigten Fetten interessant, insbesondere an Alpha-Linolensäure (ALA), einem pflanzlichen Omega-3. Sie enthalten außerdem Eiweiß. PubMed
Sacha Inchi ist heute in verschiedenen Formen erhältlich: geröstete Samen, Öl oder Mehl.
Wie entdeckt man ihn in der Küche?
Die gerösteten Samen lassen sich wie Nüsse essen oder hinzufügen:
- zu Salaten;
- zu Granola;
- zu Knabbermischungen;
- zu herzhaften Gerichten;
- zu Desserts.
Sein leicht gerösteter Geschmack und die knackige Textur machen ihn zu einer besonders interessanten Zutat, um einem Gericht Kontrast zu geben.
🌿 Was ist Maca?

Maca (Lepidium meyenii) ist wiederum etwas anderes.
Es ist eine Wurzel aus den Hochebenen der peruanischen Anden, wo sie seit sehr langer Zeit angebaut wird. Sie gehört zur Familie der Kreuzblütler, wie Brokkoli, Kohl oder Radieschen. PubMed
Die Wurzel wird meist getrocknet und anschließend zu Pulver vermahlen. Maca gibt es auch als Extrakt oder Nahrungsergänzungsmittel.
In den andinen Kulturen wird Maca traditionell mit Vitalität und Fruchtbarkeit verbunden. Heute ist sie Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, unter anderem zu Sexualfunktion, Müdigkeit und bestimmten Wechseljahresbeschwerden.
Die klinischen Studien sind jedoch nach wie vor begrenzt und erlauben es nicht, Maca als medizinische Behandlung darzustellen. PubMed
Und in der Küche?

Mich interessiert Maca vor allem als Zutat.
Das Pulver hat einen besonderen Geschmack: leicht malzig, karamellig und nussig. Es lässt sich einarbeiten in:
- Smoothies;
- Porridge;
- Heißgetränke;
- Kekse;
- Kuchen;
- Schokoladendesserts.
Eine kleine Menge genügt meist, um eine Zubereitung zu aromatisieren.
🌾 Alte Lebensmittel für die Küche von heute

Quinoa, Cañihua, Kiwicha, Sacha Inchi und Maca sind keine bloßen „Superfoods“ in Mode.
Sie sind vor allem das Ergebnis einer langen landwirtschaftlichen und kulinarischen Geschichte.
Einige sind Samen, andere Wurzeln. Einige werden wie Getreide verwendet, andere als Ölsaaten oder Pulver.
Doch alle lassen andere Geschmäcker, Texturen und kulinarische Traditionen entdecken.
Heute finden diese Zutaten leicht ihren Platz in einer modernen Küche: in einem Frühstück, einem Salat, einer Suppe, einem Gebäck oder einfach in etwas Selbstgemachtem.
Und vielleicht liegt darin ihr größter Reiz: Sie lassen unsere Teller reisen und erzählen zugleich die Geschichte jener, die sie seit Generationen anbauen.

🌎 Zum Merken
- Quinoa — ein heute weltweit bekanntes Pseudogetreide, das sich leicht in herzhafte und süße Gerichte einbauen lässt.
- Cañihua — ein kleines andines Korn mit leicht nussigem Geschmack, interessant für Porridge, Mehle und Gebäck.
- Kiwicha — auch Amarant genannt, lässt sich kochen, puffen oder zu Mehl vermahlen.
- Sacha Inchi — eine amazonische Ölsaat, besonders reich an ungesättigten Fetten und an ALA, einem pflanzlichen Omega-3. PubMed
- Maca — eine traditionell verzehrte andine Wurzel, vor allem als Pulver, besonders geeignet zum Aromatisieren von Getränken und Desserts.
📚 Quellen

Huamanchumo Prado, W. J. (2020). Pseudocereales andinos: Valor nutritivo y aplicaciones para alimentos libres de gluten. Universitat Politècnica de València.
Casanave Zevallos, M. C., Ruiz Chocano, R. A. & Yarlequé Chocas, M. M. (2022). Evaluación del aporte nutricional de los granos germinados y sin germinar de quinua, kiwicha y cañihua. Agris
Sihag, M. et al. (2021). Sacha inchi (Plukenetia volubilis L.): An emerging source of nutrients, omega-3 fatty acid and phytochemicals. PubMed
Peres, N. da S. L. et al. (2020). Medicinal effects of Peruvian maca (Lepidium meyenii): a review. PubMed
Lee, M. S. et al. (2011). Maca (Lepidium meyenii) for treatment of menopausal symptoms: A systematic review. PubMed

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